Wärmepumpe und Wärmestrom, die ökologische Verantwortung für EVU und Politik

In den letzten vier Jahren lässt sich bundesweit ein klarer Trend ausmachen, die Tarife für den Wärmestrom werden deutlich stärker erhöht als für den Haushaltsstrom. Dies zeigt exemplarisch der Preischart für die Stadtwerke Fürstenfeldbruck (ab 01. März 2009), das Ziel ist dabei offensichtlich: Der Wärmestrom soll dem Haushaltsstrom angepasst werden, elektrische Direktheizungen werden zu Recht bestraft, der Stromverbrauch des wachsenden Wärmepumpenmarktes wird gleichzeitig abgeschöpft. Das hat fatale Folgen für die Wärmepumpe, deren oft hohe Investitionskosten sich dann gegenüber fossilen Heizungen immer schwerer amortisieren. Durch weniger Wärmepumpen leidet die Ökobilanz, die CO2-Emissionen werden steigen!

Ende Dezember hat das Europäische Parlament der RES Direktive mit großer Mehrheit zugestimmt, Wärmepumpen werden damit in vollem Umfang als Erneuerbare Energie anerkannt. Auch das EEG Wärme, dass am 01. Januar 2009 in Kraft getreten ist und die gesetzliche Nutzungspflicht von Erneuerbarer Energie vorschreibt, erkennt Wärmepumpen an: Wärmepumpen erfüllen die Nutzungspflicht, wenn sie mindestens 50 % des Wärmebedarfs bereitstellen, mit einem Wärmemengen- und Stromzähler versehen sind und bestimmte Mindest-Jahresarbeitszahlen erzielen.

Die Umlagen für den Umbau der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen auf den Strompreis treffen die Wärmepumpe als solche selbst! Diese müssten gerecht auf alle Energieträger verteilt werden.

Um ihren großen ökologischen Nutzen auch in Zukunft erbringen zu können, sind Wärmepumpen auf langfristige, positive ökonomische Rahmenbedingungen angewiesen. Die Fördergelder des BAFA reichen dafür nicht, sie werden im Prinzip nur an die EVU durchgereicht!

Wir fordern deshalb die EVU und die Politik auf, ihrer ökologischen Verantwortung gerecht zu werden! Ein geeignetes Mittel dazu wären vom allgemeinen Wärmetarif getrennte günstige Wärmepumpentarife, mit denen die bessere Ökobilanz hoch effizienter Wärmepumpen honoriert wird.